Pfarramt

Pfarramt – mitten im Leben

Wenn ich den Schwerpunkt meiner Arbeit als Pfarrer nennen müsste, würde ich unumwunden ›Kommunikation‹ sagen. Es geht darum, Menschen in ihren unterschiedlichsten Lebensbereichen zu begegnen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Ich bin in vielen Dingen wahrscheinlich unbeholfen, ziehe vor handwerklich begabten Menschen den Hut und werde es beim Spielen eines Musikinstrumentes nie zu echter Meisterschaft bringen. Aber wenn es eine Gabe gibt, die mir der liebe Gott in die Wiege gelegt hat, dann ist es die Fähigkeit, mit anderen Menschen schriftlich und mündlich zu kommunizieren. Diese Gabe wurde mir im Vikariat erst recht bewusst, weshalb ich wohl auch erst dort begriff, dass das Pfarramt meine Berufung ist.

Von meinen ersten Kindertagen an bin ich mit einem großen Vertrauen in Gottes Zuneigung zu mir aufgewachsen. Meine Eltern und Großeltern vermittelten mir diesen gütigen und liebevollen Schöpfer aller Menschen so glaubhaft, dass dieses Vertrauen mich über alle Höhen und Tiefen meines Lebens getragen hat. Auch ein anderer Aspekt des Glaubens festigte sich on meinem Bewusstsein: Das Für-Wahr-Halten, dass es dieses Schöpfer und Bewahrer gibt, der so groß ist, dass unser menschlicher Verstand ihn mit seinen bescheidenen Möglichkeiten weder greifen noch verstehen kann.

pfarramt-2.jpgMeine eigenes Vertrauen in Gott, sowie das Wissen über die Inhalte und die Ethik unseres christlichen Glaubens vermittle ich in den unterschiedlichen Begegnungen mit Menschen. Das geschieht in der Seelsorge, bei Gesprächen mit Taufeltern, Brautpaaren oder Angehörigen von Verstorbenen. Dort geht es meistens um die Suche oder die Sehnsucht nach Heil, nach innerem Frieden und nach Sinngebung. Es geschieht aber auch im Sonntagsgottesdienst, wo ich den manchmal sperrigen Bibeltext den Gemeindegliedern für ihre Lebenssituation auszulegen versuche.

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Das schönste Arbeitsfeld, »das es zu beackern gilt«, ist für mich die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Sei es im Religions- oder Konfirmandenunterricht, im Kindergottesdienst oder im Karate-Training – es ist für mich ein großes Anliegen, den Kindern und Jugendlichen dieses Vertrauen in den zu vermitteln, der für sie da ist, ihnen zuhört und sie an der Hand nimmt, wenn es darum geht, schwierige Lebensabschnitte zu meistern. Was in vielen Elternhäusern nicht mehr weitergegeben wird, zeige ich diesen jungen Menschen und bemühe mich dabei, authentisch zu sein. Das gilt auch für den Aspekt, dass christlicher Glaube eine Außenwirkung hat. Ein altes Sprichwort lautet: »Glaube ohne Tat ist wie ein Acker ohne Saat!« Dass Nächstenliebe nicht immer ganz einfach ist, aber denjenigen reich und glücklich macht, der sie praktiziert, ist meine feste Überzeugung. Ich werde nicht müde, den Kindern und Jugendlichen immer wieder davon zu erzählen und es mit meinen bescheidenen Möglichkeiten (und trotz meines Strauchelns auf diesem Weg) vorzuleben.  

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