Das Gift der Propheten – erste Leseprobe

Um die Zeit bis zum Erscheinen am 11. Oktober 2012 ein wenig zu verkürzen und den Leserinnen und Lesern schon einmal  Appetit zu machen, stelle ich bis zum Erscheinungstermin ab und zu kleine Leseproben ins Netz:

Es war ein warmer Herbsttag. Die Blätter der Bäume trugen noch ein sattes Grün. Nur hier und da zeigte sich ganz vorsichtig ein kleiner roter Farbtupfer. Polizeirat Heinz Bertram, der Leiter des Polizeireviers Gelnhausen, blickte verträumt aus dem geöffneten Fenster seines Büros. Diese Temperaturen hätte er sich in den Sommermonaten gewünscht. Mit einem Seufzer setzte er sich an den Schreibtisch, krempelte die Ärmel seines Hemdes hoch und lockerte den Krawattenknoten. Widerwillig befasste er sich mit einer Ermittlungsakte, da klopfte es an seiner Tür.

Arndt Müller steckte den Kopf herein.

»Was gibt es?«, fragte Bertram, dankbar für die Ablenkung.

»Chef, wir haben ein Mädchen mit ihren Eltern hier. Die wollen eine Anzeige wegen sexueller Belästigung erstatten.«

Die Nachricht riss Bertram aus seinem Müßiggang. Er atmete tief durch.

»Gut, schicken Sie Jürgen Jungmann zu mir, und bringen Sie dann die Familie in mein Büro.«

Der Beamte nickte und verschwand so leise wie er gekommen war. Wenig später stand Jungmann, sein Stellvertreter und gleichzeitig sein Schwiegersohn, in seinem Büro.

»Sexuelle Belästigung, habe ich gehört.«

»Ja, mal hören, was das Mädchen zu erzählen hat. Das behalten wir erst einmal für uns und geben es nicht an die Presse.«

»Klar.«

Es klopfte. Müller führte eine Jugendliche und zwei Erwachsene herein.

»Das sind Jasmin Huth aus Gelnhausen und ihre Eltern«, sagte er.

Bertram nahm sich Zeit, das Mädchen anzusehen. Er schätzte sie auf 16 bis 18 Jahre. Blondes Haar umrahmte ihr schmales Gesicht und reichte ihr bis über die Schultern.

›Eigentlich ein hübsches Mädchen‹, dachte Bertram, ›aber die verhärmten Gesichtszüge und der starre Blick sind wie schwarze Kleckse auf einem schönen Bild.‹

Bertram stellte Jungmann und sich vor, dann bat er die Familie, sich zu setzen.

»Wir sind zu Ihnen gekommen, um Anzeige zu erstatten«, begann Herr Huth mit finsterer Miene.

(Die Rechte liegen wie immer beim Autor und dem M. Naumann-Verlag!)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Nicht kategorisiert veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s